Die Genießerregionen
170 Hakennase, spitzes Kinn und Brollauge. Dieses schränkt das Sichtfeld so sehr ein, dass der Maskenträger den Kopf ständig in alle Richtungen drehen muss, um etwas zu sehen. Das haucht Leben in die Hexe, lässt die Schellen an den Strohzöpfen klingen und das rot-weiß getupfte Kopftuch in Haubenform tanzen. Die Zunftfiguren Hexe, Hansele, Teufel und Büttel Hexen Bohneburg – die Geburtsstadt der ältesten Hexen im Südwesten s geschieht immer im Winter, immer donnerstags, immer zu nachtschlafender Zeit: Gestalten in langen weißen Hemden und Ringelsocken ziehen unter ohrenbetäubendem Lärm in die Innenstadt, um sich bei Fackelschein um den Narrenbrunnen zu scharen. Für die Fasent-Daifi – um sechs Uhr tauft die Hexenzunft ihr Hexen- kind, mit anschließendem Bohnensuppe-Essen in der Altstadt von Offenburg, jetzt „Bohneburg“ genannt und Sitz der Straßenfastnacht. In der schwäbisch-alemannischen Fasent sind Hexenzünfte vergleichsweise jung, die meisten entwickelten sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die erste und älteste Hexen- figur wurde von dem Offenburger Ehepaar Karl und Pauline Vollmer Mitte der 1930er-Jahre entworfen. Hexenvater Karl Vollmer, von Beruf Glasmaler, fertigte von jedem Mitglied eine Zeichnung für den Schnitzer an, damit erhielt jede Maske einen individuellen Charakterzug. Heute werden die Masken nicht mehr nach Modellentwürfen geschnitzt, doch nach wie vor sind sie unterschiedlich. Allen jedoch gleich: E
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